VAGUE.



aus der geschichte der buchbinderkunst

Selbst in Buchbinderkreisen spricht man dieses Thema besser nicht an. Mitte der 1990er Jahre wollte der Sohn eines Gelsenkirchener Buchbinders einen Autor verklagen, weil dieser in einer ortsgeschichtlichen Darstellung behauptet hatte, dass dessen Vater in der NS-Zeit «echtes Niggerleder» verarbeitet habe. Der Streit kreiste darum, ob es sich dabei um Menschenhaut oder um in Afrika gegerbtes, recht haltbares, naturelles Ziegenleder mit natürlichen Narben (sogenanntes Nigerleder) handelte, wie es noch heute in der lederverarbeitenden Industrie verwendet wird.
NZZ > Robert Jütte: Was Bibliotheken lieber verschweigen. Es gibt Bucheinbände aus Menschenhaut

[siehe auch: the late age of print > anthropodermic bibliopegy]



Link | 14. September 2009 | Geister