VAGUE.



Die letzte Erinnerung an sie: fünf, sechs, sieben Jahre her. Ich saß auf einer Bank und schaute den Schiffen auf der Elbe nach. Plötzlich drehte sie sie um, ich hatte sie auch davor schon ein paar Jahre nicht mehr gesehen, sie sah gut aus, wie geht's dir, geht's dir gut, erzählte, dass das mit ihrem Mann vorbei war, ging nicht mehr, neinnein alles gut, dass ich jetzt viel radfahren würde, werde ich ihr erzählt haben, mein Outfit erklärend, diese Radhose, in der man aussah, als würde man bei einem Pornocasting vorsprechen wollen, guter Arsch, sagte sie, sagte ja immer solche Sachen, um einen aus der Reserve zu locken, aber wehe, man ließ sich täuschen davon, wenn man sie kannte, wusste man, das war ein Test, ob man sie aushielt, alles nur Polsterung, sagte ich, nein wirklich, sagte sie, muss jetzt weiter, meine Mutter besuchen (aber vielleicht täusche ich mich & ihre Mutter war damals schon tot), ging dann, ich schaute noch ein wenig auf die Elbe, später werde ich (oder auch nicht) erzählt haben, dass ich sie getroffen hatte, stell dir vor, wen ich heute getroffen habe. Dann: eine Email, Gehirntumor, zu spät diagnostiziert, nichts mehr zu machen.



Link | 1. Januar 2010 | Weg