VAGUE.



Du sorgst dafür, dass es deinem Klienten gut geht. Limoservice, Hotelzimmer, Mädchen am Tisch, du hältst Kontakt, fragst, wie's geht, rufst die Jennys und Marys in deinem Buch an, sie sollen doch vorbeikommen am Abend, da wären ein paar Jungs, die sich unterhalten wollten, Gastfreundschaft eben, so in der Art, Freundschaft möglicherweise, jener allgegenwärtige Begriff der Nuller, der alles mögliche bedeuten kann, manchmal nehmen sie dich in den Urlaub mit, Europa, Bahamas, Vegas, weil du so viel mit ihnen abhängst, bist du einer von ihnen, Augenhöhe. Du kriegst 500 die Nacht und 10 Prozent von den Tischen, die du voll gemacht hast, oder 3000 die Woche, oder zwischen 800 und 1500 pro Nacht. Du versuchst, deinen Eltern zu erklären, was du machst, aber sie raffen es nicht, es gibt so viele Jobbezeichnungen jetzt, dass sogar du selbst manchmal den Überblick verlierst. In dem Augenblick, in dem du dich zu sehr auf ihn einlässt, hast du deinen Kunden verloren. Aber irgendwann, wenn du zu alt bist, hast du selbst deinen Club.

Irina Alexander erklärt das Nachtleben: New York Observer > The Not-Quite Madams, ein schönes Stück über Vergnügen und Simulation und Ökonomie.



Link | 11. Januar 2010 | Sensorium