VAGUE.



Lesen, Schreiben [2]

Seit Tagen denke ich über das Wort Vaselintitten nach. Können Sie mir sagen, was Vaselintitten sind?

Authentizität, my ass!

Die kultivierteren Erwachsenen haben die Kinder lieber, die die Erwachsenen nicht leiden können. Das ist fast so etwas wie ein Erziehungsideal: dass Kinder mit einer talibanmäßigen Verachtung für ihre Eltern herumlaufen.

Helene Hegemann, ich fühle mich so betrogen von dir, wenn sich herausstellt, dass du gar nicht im Berghain warst.

(Ich könnte mir vorstellen, dass es für copy & paste eigentlich schon reicht, im Berghain gewesen zu sein. Weiß ich aber nicht so genau, war ja noch nie im Berghain. Sitz' ja immer zu Hause herum. Du bist so ein Höhlentier, hat mir vorgestern eine am Telefon gesagt.)

(Womit ich nichts gegen das Berghain gesagt haben wollte.)

(Die Plagiatsbeweisführung fand ich schwerelegant anmoderiert: dass im Berghain doch die härteste Tür der Stadt ist & deswegen da eine 16-jährige gar nicht reinkommen tut.)

Türsteher, my ass!

Sind Sie denn nicht froh, wenn es 17jährige gibt, die Maurice Blanchot lesen? Ich sehr. Obwohl es mir auch ein wenig Angst macht.

Und wie cool ist das denn, dass die Kopieren & Einfügen-Generation so superphilologisch drauf ist! Da wird einem gleich viel weniger bange um die zukünftigen historisch-kritischen Ausgaben.

Wie fix einem in den letzten paar Tagen die subtilen Unterschiede zwischen [a] Plagiat [b] Remix [c] Sampling erklärt wurden. Fazit: So, wie du das gemacht hast, Helene, geht das nicht.

Und wie cool ist das denn, dass du Lines ziehen, rumficken etc. pp. darfst, aber nicht abschreiben! Da wird einem gleich viel weniger bange, was den Respekt vor der Würde des Wortes betrifft.

Böse sein, das Ranking: 1. Abschreiben. 2. Volksbühnendramaturgenvater haben. 3. In dieser Künstlerblase großgeworden sein. 4. Siebzehn. 5. Fünfzigjährige Feuilletonisten (hab' ich schon gesagt, dass ich 50 bin?)

Dass man Helene Hegemann-Fotos jetzt nicht mehr mit Gedanken "krass, was die schon alles hinter sich hat" anschauen kann.

Echtheit, my ass!

Den Menschen, der auf der Facebook-Seite Maxim Billers nachgesehen haben muss, ob er Hegemann pére nicht doch kennt, kann man sich auch besser vorstellen, als man möchte.

Kopieren ist so viel leichter als Einfügen.




Δ

Ende Dezember träumte ich von einer Frau, die mir Fotos aus China zeigte, auf denen man Knuths Vater sah, wie er auf einem Fahrrad saß, Bambuskörbe mit Dim Sums transportierend.




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Drei Monate später kam es mir vor, als wäre ich in New York gewesen, nur um Where the Wild Things Are zu sehen.




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Stille, bis das erste Wort in sie fiel.




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schornsteinfeger, berlin




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New York


das tagebuch der anne frankenstein

friedrich blitzkrieg

at the same moment

autor vs. thema

chuck klosterman vs. moby dick

art vs. the egg

temporary art

clarity

cupcake

sunshine

elektrizität

obama

spiegelung




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Disappearer.


I: Feelies



Bei Sasha Frere-Jones über ein Konzert der Feelies gelesen und sofort aufgeregt gewesen. Die Feelies gibt es wieder? Ja, manchmal, aber manchmal ist so viel besser als nie wieder. Die Feelies waren immer so viel besser im Verschwinden als im Bleiben. Damals, als Bill Million ausstieg, setzte er sich einfach in sein Auto und fuhr nach Florida hinunter, ohne den anderen in der Band seine Adresse zu hinterlassen. Einfach weg, um sich von Disney anstellen zu lassen, in der Sicherheitsabteilung, ein Monitor-Job. Ein seltsames Leben, vielleicht, für jemanden, der einmal Musik gemacht hat, die nicht nur ich dringend gebraucht habe (& wie seltsam es ist, Musik, immer noch brauchen zu können, so wie man einen doppelten Espresso oder zwei Stunden auf dem Fahrrad oder Sex brauchen kann, "das habe ich jetzt gebraucht": Satz, der einem seltsamerweise jedes Mal erst hinterher einfällt, Bedürfnis, das man erst registriert, wenn es schon erfüllt ist, nachträgliche Entdeckung eines Hungers, der erst im Augenblick des Gestilltseins als unterträglich erscheint). Die Enzyklopädie der verschwundenen Künstler, die man schreiben sollte. Erst vorletzte Woche Horstmanns Buch über Schriftsteller, die zu schreiben aufgehört haben, gekauft noch nicht gelesen; die Zwillingstürme der noch nicht gelesenen, aber euphorisch erbeuteten Bücher neben dem Bett und auf dem Küchentisch sind so hoch wie schon lange nicht mehr; wenn ich sie dann um ein paar Etagen abtrage, um Einstürze zu vermeiden, ist es, als sortierte ich Wünsche weg, die ich eben noch gehabt habe, doch nicht Shakespeare, doch nicht Balzac. Million und Mercer, die beiden Feelies-Männer, sehen das mit dem Verschwinden anders, kann man nachlesen, sie sagen, sie hätten eben bloß nicht gespielt. Mercers rätselhaftester Satz: Ich habe mit Bill fünf bis zehn Jahre nicht gesprochen. Sofort stellt man sich ein Leben vor, in dem sich solche Sätze sagen lassen, und man weiß, es wäre eher das eigene Leben als die Varianten, in denen Sätze von der Art "du hast schon auf zweimal nicht auf meine SMS reagiert" fallen.

Bei Crawdaddy James Greenes Geschichte How I (Accidentally) Found Bill Million gelesen. 1995, mit 16, habe er seinem Klassenkameraden Jon vom ziemlich verunglückten ersten und schon wieder letzten Konzert seiner Band in einem Pizzaladen erzählt, und Jon habe daraufhin erwähnt, dass sein Vater früher auch mal in einer Band gespielt hatte. Dass dieser Vater einer der Gründungsväter des Alternative Rock gewesen ist, habe er erst Jahre später in einem Buch entdeckt, das er zum Geburtstag oder zu Weihnachten geschenkt bekommen habe, mit einem Foto von den Feelies, auf dem der Gitarrist, der sich Bill Million nannte, eine unglaubliche Ähnlichkeit mit Jons Vater hatte. Also machte Greene sich auf, seinen alten High-School-Kameraden wieder zu finden, und schließlich ging man zu dritt, Greene, Jon und sein Vater, der auch mal bei einer Band gespielt hatte, zu einem Red Hot Chili Peppers-Konzert. Im Auto ein Quasi-Interview:

The guitarist spoke of being a Feelie as if it was on par with working at Walgreen’s or slinging hot dogs at Yankee Stadium. An interesting part of his life, yes, but the general Feelie experience did not define him. He certainly did not look wistful as he told old touring tales, nor did he linger on the sweetness of memories’ bliss [...] When it came to the band once dubbed the greatest thing to come out of Jersey since the light bulb, Million may have well been talking about his lawnmower.
Am Schluss seines Textes, nachdem er die merkwürdige Geschichte der Feelies rekapituliert hat (Auflösung nach der ersten Platte, fünf Jahre danach die zweite, Konzerte nur an nationalen Feiertagen, Bill Millions Verschwinden usw.), folgende Passage:
Occasionally, I’ll come across a brief passage on the internet praising the Feelies that alternately wonders where Bill Million is/when he’ll come back/why he left in the first place. None of the answers to those queries really matter, and no one knows that better than Bill himself. He’s not Bigfoot or a UFO. He’s just a normal guy, a Disney employee with a wife and three kids and a cat and a regular life. He used to be in a band, a damn good band, but one that will probably remain a nice little pop secret for years to come.
Das alles klingt nach Entschleunigung, doch die Feelies waren schnell, selbst wenn sie langsam spielten. Sie waren auf eine Weise nervös, die einem sofort einleuchtete, und wenn ich sie jetzt wiederhöre, kommt es mir manchmal vor, als würden Million und Mercer nicht einmal selbst nervös sein, sondern vielmehr eine Nervosität weitergeben und sie nur deren Medium sein. (So wie Adorno einmal gesagt hat, jede Beethoven-Sonate sei auf jedem Klavier, man müsse sie dann eben nur spielen/finden/komponieren; das Komponieren dann so etwas wie ein Finden, dem Klavier Zuhören, den Dingen Zuhören). (Auch das etwas, das ich endlich gerne verstehen würde & von dem ich ahne, dass ich es doch nie verstehen werde: Wie es kommt, dass es nervöse Musik/Filme/Literatur/Tänze gibt, die einen (vielleicht nicht einmal zwei, aber ich habe das oft auch in der Gesellschaft Fremder erlebt) sofort ruhig machen, eine Art fast kognitiver Einschnapp-Prozess, der Geist, der Körper brauchen ein paar Momente, dann merken sie: so, genau so, ist es richtig (was immer richtig heißt), und dann ist man ruhig, ruhige Rezeptivität einer als richtig empfundenen und deswegen nicht unruhig machenden Nervosität. [Es gibt eine tanzbare Musik, zu der man nicht tanzen muss.]) Vielleicht deswegen die langen Absencen in der Geschichte der Feelies; wenn man in so einer Band spielt, die solche Musik macht, muss man eben manchmal fünf bis zehn Jahre weg sein von dieser Musik, ohne Panik, ohne Sehnsucht, irgendwann wird sie schon wieder da sein, und in der Zeit dazwischen Disney-Angestellter sein, drei Kinder großziehen, so etwas in der Art, vielleicht ist das ja auch eine Art, wie man Musik schützen kann. (Vielleicht ist das alles auch nur meine eigene Künstlermetaphysik. Andererseits: Vom Standpunkt der Piratenpartei aus ist sowieso fast alles vermutlich nur entbehrliches Geschwurbel, zackig eben, Partei für männliche Erstwähler. Andererseits: Die Feelies sind eine Nerd-Band. Und obwohl ich keine Ahnung vom Coden habe, stelle ich mir das Coden, wenn es gut läuft und die Blockaden weg sind, manchmal so vor wie die drone strums der Feelies. Andererseits: Vielleicht ist das nur Coder-Metaphysik.)

There's a kid I know but not too well
 He doesn't have a lot to say
 Well this boy lives right next door and he
 Never has nothin' to say

 It doesn't seem like he does anything
 He never helps out in the yard
 He lets his mother carry in groceries
 Cause he doesn't plan to work too hard

 The boy next door is into better things
 As far as I can see
 The boy next door is into bigger things
 The boy next door is me

 All right

 Well he's not like the boys we used to have
 Not like them at all - oh no
 Those ones made their parents proud
 This one beats 'em all

 The boy next door is into better things
 As far as I can see
 The boy next door is into bigger things
 The boy next door is me
 Yeah
(Die Feelies war 1987, als im Kino Jonathan Demmes Gefährliche Freundin lief, die Band, die auf der High School Reunion spielte – als Willies, sieben Jahre nach der ersten LP Crazy Rhythms. Sofort die Frage: Wer sind die denn?, und keine Ahnung mehr, wie man so etwas vor dem Internet herausfand, fanden wir aber. Ich kaufte Crazy Rhythms und The Good World in München bei WOM, nicht mehr ganz dickes Vinyl aus einem Laden, den es nicht mehr gibt (und den ich als immens unangenehm in Erinnerung habe), und dann hörten wir ständig die Feelies, während H. schon schwanger war, und auch später in Hamburg, als S. schon auf der Welt war. Die LPs waren alle auf dem Boden nebeneinander aufgestellt, das Zimmer war groß genug dafür, um auf ein Regal verzichten zu können, und als S. zu gehen lernen begann, hielt sich immer an dieser Schallplattenreihe fest, um nicht auf ihren Pampers-Hintern zu fallen. Das ist zwar bloß eine väterliche 20-years-after-Sentimentalität: Aber kann man mit der Hilfe von mp3s den aufrechten Gang erlernen?)

(Die beiden ersten Alben der Feelies, Crazy Rhythms und The Good World, sind eben wiederveröffentlicht worden [Unter den Links gibt es auch Hörproben]. Sie kosten kaum was, das übliche bei iTunes, ich hätte auch 99 statt 9,99 bezahlt, nicht immer, aber manchmal eben doch, denke ich, ähnelt das Alles-für-lau-haben-wollen dem Gezicke gegen Mindestlöhne, aber das ist vermutlich eine andere Geschichte).

(Manchmal treten die Feelies jetzt wieder auf, mit Bill Million, wenn sie die Zeit haben. Am 11.September haben sie in der Don't Look Back-Konzertreihe Crazy Rhythms wiederaufgeführt. Glenn Mercer hat in einem Interview gesagt, dass es vielleicht auch ein neues Album geben wird. In fünf bis zehn Jahren, kann sein, nicht so wichtig.)


II: Bolano

In den letzten Monaten viel Roberto Bolano gelesen. Um 2666 zu kaufen, musste ich mich bei St.George's sogar mit dem Buchhändler streiten, weil er es nicht hergeben wollte. Buchläden, die sich von ihren Büchern nicht trennen wollen: etwas, das mir sofort einleuchtet. Sofort verloren gewesen. Es gibt eine Prosa, die in meinem Unbewussten sofort Anker auswirft, meinen Schlaf okkupiert, Träume aufscheucht. 2666 ist so. Jetzt schon zum dritten Mal im vierten Buch, dem Buch über die Morde, ein Kompilation von Polizeichroniken über Serienmorde an Frauen in der mexikanischen Provinz, festgerannt; geht nicht mehr weiter, kann ich nicht lesen, ohne in einer seltsamen Schockstarre zu landen. Jetzt die deutsche Übersetzung gekauft und auf den Bücherturm gepackt, vielleicht geht das (das Deutsche eignet sich ja auch besser als das Englische zur Protokollierung des Mordes). [In den Bolano-Monaten habe ich Bolano-Links gesammelt, vielleicht interessiert das ja jemanden: hier]


III: Darum

Claude Lanzmanns Tsahal.


IV: Jardin du Luxembourg

In einer Hitparade der Geräusche, die mich glücklich machen können, hielte die erste Stelle das Ploppen der Tennisbälle im Jardin du Luxembourg an einem Sonntagvormittag (während ich Orangina trank und in Roland Barthes' Journal de deuil las)


V: Philippe Garrel: Les amants reguliers.


VI: Was für ein glorioser Sommer das gewesen ist.


VII: Und was für ein missvergnügter Winter das werden wird.


VIII: Werner Herzogs Rogue Film School


IX: PARIS 48° 50N 2° 23E


X

Das Internet-Manifest: Ein Feuerwerk der Formulierungen, Emotion pur, ein zentraler Eckpfeiler der Glücksfälle, ein Dokument, um das man in der Zukunft nicht herumkommen wird.


XI: John Cook, Langsamer Sommer [pdf, 464kb]




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Das Territoriale in einer Stadt voller Leerstände. Wo wohnt ihr? - Prenzlauer Berg. - Ja, das ist, wo ihr alle wohnt. - Was meinst du damit? - Ach!


Immer noch Déjà-vus: Hier bist du schon gewesen, als es noch die DDR gab. Die Auslöser Müdigkeit, Unkonzentriertheit, die über die Reviermarkierungen des Kapitalismus hinwegsieht - Reklame, größere Autos, hellere Fassadenanstriche, Wohlfühlfarben. Jedes Mal die Frage: Aber was hast du hier gemacht?


Neulich in der Süddeutschen ein Artikel über den Abwehrkampf großer Buchhändler gegen Amazon: Verkleinerung der Sortimente, Ersetzung der Rückenansicht (im Regal) durch die Frontalansicht (als Stapel auf Tischen), Inszenierung des Bücherkaufens als Erlebnis; das darin besteht, dass man das Buch sehen, anfassen, in ihm blättern darf (deswegen nicht nur ein Ansichtsexemplar, sondern zwei oder drei). Das Physikalische, das die Geschäfte mit dem Geist retten soll - statt den Geist zu retten. Kapitulation, um nicht kapitulieren zu müssen (unser USP ist nun mal, dass man bei uns die Bücher anfassen kann...).


Charla Muller, 365 Nächte: Eine Frau schenkt ihrem Mann zum 40. Geburtstag ein Jahr lang, Tag um Nacht um Tag, Sex. Es hätte ein grandioses Buch werden können, wenn darin über den Überdruss, die Ekstasen des Wiederholens, die Absencen, das Gegenläufige von Geist und Körper, das Scheissegal- und Docherregtsein, das Zwanghafte & Zwangentgehen, das Langweilige und Dochnichtlangweilige am und an Genitalen geschrieben worden wäre; doch wer das zu beschreiben wüsste, hat andere Geburtstagsgeschenke, schreibt andere Bücher, ist jemand anderer.


Musil, Die Vollendung der Liebe. Müsste man noch einmal schreiben, anders als er. (Das Seltsame immer wieder an Musil: wie bei ihm das Gestische das Erzählen ersetzt. Jemand sitzt, liegt, steht; selten geht, kommt jemand.)


Mention the Kellermonster. Gelesen, dass es in Österreich eine Band namens Kreisky gibt; zur selben Zeit, in St.Pölten stand gerade Josef F. vor Gericht, in einem Weblog der New York Times wütende Kommentare wütender Österreicher gelesen, die sich gegen die Vermutung eines dunklen österreichischen Nationalcharakters zur Wehr setzen (Fritzl beweist gar nichts, auch anderswo schlimme Sauereien, der Krieg ist schon lange vorbei), in einem Update Robert Mackeys, des Weblog-Betreibers, als Beleg dafür, dass die Geschichte weitergegangen sei, auch die Erwähnung Kreiskys: "the country in fact had a post-war Jewish chancellor, the Socialist Bruno Kreisky"; und genau an dieser Stelle kam die Erinnerung an die Zeit, Mitte der 70er, ich war fünfzehn damals, als ich mir auf den Wiesen hinter dem Haus das Rauchen angewöhnte und eines Tages plötzlich jemand, zweidrei Jahre älter als ich, fragte, ob ich denn auch wüsste, wie man es nennt, wenn man eine Zigarette nicht mit dem Streichholz, sondern an der Glut einer anderen Zigarette anzündet. Ich wusste es nicht, und so sagte er, stolz, mit diesem Insider-Stolz, den Jungs haben, wenn sie sich initiiert wähnen: "Das nennt man einen Kreisky machen". Wie perfide, wie Kellermonster diese Bemerkung war, ist mir erst zweidrei Jahre später aufgegangen, als ich siebzehn war & mir aus keinem besonderen Grund diese Bemerkung wieder eingefallen war (Gedächtnis, das sich so etwas merkt, um es irgendwann lösen zu können) und: immer noch erschrocken über die Perfidie der Menschen, mit denen ich damals zu tun hatte und über die Pipelines der Geschichte, von denen immerzu behauptet wird, sie wären unterbrochen worden.


Tobias Rapp. Berlin, Techno und der Easyjetset. Bericht, in dem das Antiökonomische (das Feiern, die Entgrenzung, der Potlatsch) und das Ökonomische (der internationale Flugverkehr, leistungssteigernde Drogen, Selbstausbeutung, target marketing, 80-Stunden-Woche, usw.) untrennbar miteinander verbunden sind.




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