VAGUE.



Leistung muss sich wieder lohnen.

Content farming. Wahrscheinlich läuft es darauf hinaus. Gut programmierte Maschinen stellen fest, was der Mensch da draußen in der Offline-Welt wirklich lesen will. Texte darüber, was man bei Grippe macht. Oder wie man verhindert, dass jemand in einen Swimmingpool fällt. Oder was Twitter ist. So in der Art, nichts Aufregendes, die Menschen wollen ja meistens nichts Aufregendes lesen, nichts gut Geschriebenes, bloß halbwegs Verständliches, die meisten jedenfalls. Es gibt genügend Leute, die solche Texte schreiben können, es gibt genügend, die sie schreiben, für 15, 20, 30 Dollar. Oder Videos drehen. Oder Euro, völlig egal. Vielleicht auch über die SPD. Oder Nahost, Datenschutz, auch egal, alles egal. Da werden wir uns wieder treffen, die Printjournalisten und die ihnen jetzt vorwerfen, dass sie alles falsch machen, die ganzen Leute, die jetzt noch ihre Distinktionsscharmützel austragen. Ich auch, mag schon sein, wer weiß das schon. Na gut, man könnte Prezi-Präsentationen vorführen stattdessen, darüber, wie toll das alles ist, mit den Algorithmen und den Maschinen, die die Bedürfnisse erraten und der On-Demand-Produktion und dem Crowdsourcen und dem Ende der Hochmut & des Autorengeschwurbels, damit würde man eine Weile gut beschäftigt sein und gutes Geld verdienen können, aber irgendwann werden sich auch die Prezi-Präsentationen wie von selbst fabrizieren, in irgendeiner anderen content farm, und dann wüssten wir schon wieder nicht, was wir tun sollen.



Link | 10. Januar 2010 | Druck