VAGUE.



xinhua east

The Internet community seems unaware of the extent of its own dependence on the newspapers for raw material; it acts as if the news is simply there, like the ocean, and damned if anyone is going to tell them ‘no fishing.’

The American, 3.3.2009 > Preparing the Obituary. Netizens and the news business are locked in a mutually destructive death spiral. Can anything arrest the decline?



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just a hint of mildew

English Novel taken from a Signed First Edition of one of my very favorite novels, Russian & Moroccan leather bindings, worn cloth and a hint of wood polish.
I Hate Perfume > In The Library [Parfüm, das nach Büchern (einem Buch) riecht, copy & spray, erspart dir das Lesen, später: Parfüm, das nach einem Kindle riecht...]

Link | 10. März 2009 | Weg
  


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pfirsiche, organza

Die Rede kam aufs bevorstehende Zeitungssterben. Es werden noch viele dran glauben müssen, sagte Kippen, von seiner aufsehend, dann haben wir’s nicht mehr so gemütlich im Kaffeehaus. Ich kann es kaum noch erwarten, sagte Kutt, eine Zeitung brauche ich schon lange nicht mehr. Du liest doch gerade eine, sagte Kippen. Nur, um sicher zu sein, dass ich sie nicht mag, sagte Kutt, ich kann diesen Seich nicht mehr ertragen. Und wenn keiner mehr eine Zeitung macht, sagte Kippen, hasst du das Internet. Blödsinn, sagte Kutt, das Internet ist es nicht wert, dass man es hasst, irgendwo muss die Gleichgültigkeit ja einsetzen. Was hast du eigentlich immer für Journalisten übrig? Ich weiß auch nicht, sagte Kippen, ich mag sie eben, jemand muss doch alles aufschreiben. Dass es Kuschelparties gibt. Oder dass Yves Saint Laurent ein Kunst-Messie war, der sich seine Wohnung mit Schönheit vermüllt hat. Dass bei Fauchon in Paris jeder einzelne Pfirsich von Hand geputzt wird, ehe man ihn den Leuten anbietet. Für einen weißen Pfirsich gäbe ich jetzt auch viel, sagte Kutt. Na siehst du, sagte Kippen, wenn du Zeitung liest, bekommst du wenigstens noch eine Sehnsucht. Ich will aber keine Sehnsucht haben, sagte Kutt, nach gar nichts. Ich schon, sagte Kippen, dringend. Als ob du die aus der Zeitung bekämst, sagte Kutt. Wenn ich eine lese, steht immer nur drin, wie alles immer weiter den Bach runtergeht. Oder wie wenig die Koteletts im Supermarkt kosten und wo man anrufen kann, wenn man ein Geschlechtsteil mieten will. Du musst das Feuilleton lesen, sagte Kippen, nicht den Seich, mit dem du dich immer aufputschst, ich lese immer nur das Feuilleton. Oder die Modegeschichten. Scheint nichts zu nützen, sagte Kutt, du siehst immer noch grausam aus. Nicht grausamer als du, sagte Kippen. Aber ich darf das, sagte Kutt, ich lese keine Modegeschichten. Ich möchte einfach hin und wieder gesagt bekommen, dass es Frauen gibt, die Organza tragen, sagte Kippen, damit ich mir ein anderes Leben vorstellen kann. Oder nur, dass sich ein anderer, der das liest, ein anderes Leben vorstellt, sich in ein Flugzeug hineinsetzt und nach Paris verschwindet. Ich nicht, sagte Kutt, ich brauch kein anderes Leben mehr. Und auch nicht, dass ein anderer ein anderes Leben braucht. Ist doch eh immer dasselbe mit den anderen Leben, hinterher sind sie gar nicht groß anders.
Weil du nicht rausgehst, Kutt, sagte Kippen. Du doch auch nicht, Kippen, sagte Kutt. Aber ich les wenigstens, sagte Kippen. Kotellets, sagte Kutt, wirst schon sehen, was du von den Zeitungen hast.



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Like making jokes or copulating without regard to season, torturing is one of those activities that distinguish human beings from other animals. Inflicted both on our congeners and on other species, it marks us out, in the words of the King of Brobdingnag, as a pernicious race of little odious vermin.

LRB, 29.1.2009 > Glen Newey: Gloves Off", langes mit zusammengebissenen Zähnen geschriebenes Stück über Folter, Moral, Ordnung der Dinge, den Wunsch, die Ordnung der Dinge zu ordnen, Vordenker &tc.



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sort of

NYT > Lives.

[... ein Mann, der seinen sterbenden Freund jede Nacht an den Tropf hängt und dann nicht einschlafen kann… eine Frau, deren Großvater sich in der Disco in einen Fremden verwandelt… ein Mann, der sich die Taschen mit dem Staub seiner Vorfahren vollstopft…]



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in treatment

Der New Yorker Psychoanalytiker und Fotograf Mark Gerald hat Psychoanalytiker in ihren Praxen portraitiert. NYT > Comfort Zones



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leere blätter

Denn die Perioden des Glücks sind für die Geschichte leere Blätter“, hatte Hegel deklariert. Die Geschichtsphilosophie war eine Katastrophenlehre, denn so etwas Lächerliches wie das Glück Einzelner, mit dem die damalige Sozialdemokratie uns bei der Stange hielt, verträgt sich nicht mit den heroischen Zwecken, die „die Geschichte“ am Ende zu erfüllen hat. Man sage nicht, eine solche Geschichtsphilosophie habe ausgedient. Sie spukt in der These herum, dass die Krise eine Chance ist und dass sie rechtzeitig kommt, um die Finanzmärkte wiederum so richtig einzurichten. Das kostet allerdings den Massen, sofern sie jemals eins hatten, das Glück.

FAZ, 3.3.2009 > Franz Schuh: Jetzt endet das Glück der kleinen Leute. Die Krise in Österreich.



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