Leistung muss sich wieder lohnen.
Content farming. Wahrscheinlich läuft es darauf hinaus. Gut programmierte Maschinen stellen fest, was der Mensch da draußen in der Offline-Welt wirklich lesen will. Texte darüber, was man bei Grippe macht. Oder wie man verhindert, dass jemand in einen Swimmingpool fällt. Oder was Twitter ist. So in der Art, nichts Aufregendes, die Menschen wollen ja meistens nichts Aufregendes lesen, nichts gut Geschriebenes, bloß halbwegs Verständliches, die meisten jedenfalls. Es gibt genügend Leute, die solche Texte schreiben können, es gibt genügend, die sie schreiben, für 15, 20, 30 Dollar. Oder Videos drehen. Oder Euro, völlig egal. Vielleicht auch über die SPD. Oder Nahost, Datenschutz, auch egal, alles egal. Da werden wir uns wieder treffen, die Printjournalisten und die ihnen jetzt vorwerfen, dass sie alles falsch machen, die ganzen Leute, die jetzt noch ihre Distinktionsscharmützel austragen. Ich auch, mag schon sein, wer weiß das schon. Na gut, man könnte Prezi-Präsentationen vorführen stattdessen, darüber, wie toll das alles ist, mit den Algorithmen und den Maschinen, die die Bedürfnisse erraten und der On-Demand-Produktion und dem Crowdsourcen und dem Ende der Hochmut & des Autorengeschwurbels, damit würde man eine Weile gut beschäftigt sein und gutes Geld verdienen können, aber irgendwann werden sich auch die Prezi-Präsentationen wie von selbst fabrizieren, in irgendeiner anderen content farm, und dann wüssten wir schon wieder nicht, was wir tun sollen.
Wired > The Answer Factory: Demand Media and the Fast, Disposable, and Profitable as Hell Media Model
ReadWriteWeb > Content Farms: Why Media, Blogs & Google Should Be Worried
TechCrunch > The End Of Hand Crafted Content
TechCrunch > AOL Newsroom Now Has (Wow) 1,500 Writers
NZZ > Hor-sol-Journalismus
Terre Thaemlitz: Ball'r (Madonna-Free Zone), Ausschnitt [mp3]
When Madonna came out with her hit "Vogue" you knew it was over. She had taken a very specifically queer, transgendered, Latino and African-American phenomenon and totally erased that context with her lyrics, "It makes no difference if you're black or white, if you're a boy or a girl." Madonna was taking in tons of money, while the Queen who actually taught her how to vogue sat before me in the club, strung out, depressed and broke. So if anybody requested "Vogue" or any other Madonna track, I told them, "No, this is a Madonna-free zone! And as long as I'm DJ-ing, you will not be allowed to vogue to the decontextualized, reified, corporatized, liberalized, neutralized, asexualized, re-genderized pop reflection of this dance floor's reality!" [Quelle]