depuis quelques années, délice de la globalisation, la salsa a débarqué
Hôtel Marriott, Pékin. 3ème congrès annuel de Salsa. Concours en vue de la sélection du couple représentant la Chine aux Championnats internationaux de Miami.
Le Monde / Un oeil sur la Chine > Salsa in Peking
xinhua east
The Internet community seems unaware of the extent of its own dependence on the newspapers for raw material; it acts as if the news is simply there, like the ocean, and damned if anyone is going to tell them ‘no fishing.’
The American, 3.3.2009 > Preparing the Obituary. Netizens and the news business are locked in a mutually destructive death spiral. Can anything arrest the decline?
just a hint of mildew
English Novel taken from a Signed First Edition of one of my very favorite novels, Russian & Moroccan leather bindings, worn cloth and a hint of wood polish.I Hate Perfume > In The Library [Parfüm, das nach Büchern (einem Buch) riecht, copy & spray, erspart dir das Lesen, später: Parfüm, das nach einem Kindle riecht...]
pfirsiche, organza
Die Rede kam aufs bevorstehende Zeitungssterben. Es werden noch viele dran glauben müssen, sagte Kippen, von seiner aufsehend, dann haben wir’s nicht mehr so gemütlich im Kaffeehaus.
Ich kann es kaum noch erwarten, sagte Kutt, eine Zeitung brauche ich schon lange nicht mehr.
Du liest doch gerade eine, sagte Kippen.
Nur, um sicher zu sein, dass ich sie nicht mag, sagte Kutt, ich kann diesen Seich nicht mehr ertragen.
Und wenn keiner mehr eine Zeitung macht, sagte Kippen, hasst du das Internet.
Blödsinn, sagte Kutt, das Internet ist es nicht wert, dass man es hasst, irgendwo muss die Gleichgültigkeit ja einsetzen. Was hast du eigentlich immer für Journalisten übrig?
Ich weiß auch nicht, sagte Kippen, ich mag sie eben, jemand muss doch alles aufschreiben. Dass es Kuschelparties gibt. Oder dass Yves Saint Laurent ein Kunst-Messie war, der sich seine Wohnung mit Schönheit vermüllt hat. Dass bei Fauchon in Paris jeder einzelne Pfirsich von Hand geputzt wird, ehe man ihn den Leuten anbietet.
Für einen weißen Pfirsich gäbe ich jetzt auch viel, sagte Kutt.
Na siehst du, sagte Kippen, wenn du Zeitung liest, bekommst du wenigstens noch eine Sehnsucht.
Ich will aber keine Sehnsucht haben, sagte Kutt, nach gar nichts.
Ich schon, sagte Kippen, dringend.
Als ob du die aus der Zeitung bekämst, sagte Kutt. Wenn ich eine lese, steht immer nur drin, wie alles immer weiter den Bach runtergeht. Oder wie wenig die Koteletts im Supermarkt kosten und wo man anrufen kann, wenn man ein Geschlechtsteil mieten will.
Du musst das Feuilleton lesen, sagte Kippen, nicht den Seich, mit dem du dich immer aufputschst, ich lese immer nur das Feuilleton. Oder die Modegeschichten.
Scheint nichts zu nützen, sagte Kutt, du siehst immer noch grausam aus.
Nicht grausamer als du, sagte Kippen.
Aber ich darf das, sagte Kutt, ich lese keine Modegeschichten.
Ich möchte einfach hin und wieder gesagt bekommen, dass es Frauen gibt, die Organza tragen, sagte Kippen, damit ich mir ein anderes Leben vorstellen kann. Oder nur, dass sich ein anderer, der das liest, ein anderes Leben vorstellt, sich in ein Flugzeug hineinsetzt und nach Paris verschwindet.
Ich nicht, sagte Kutt, ich brauch kein anderes Leben mehr. Und auch nicht, dass ein anderer ein anderes Leben braucht. Ist doch eh immer dasselbe mit den anderen Leben, hinterher sind sie gar nicht groß anders.
Weil du nicht rausgehst, Kutt, sagte Kippen.
Du doch auch nicht, Kippen, sagte Kutt.
Aber ich les wenigstens, sagte Kippen.
Kotellets, sagte Kutt, wirst schon sehen, was du von den Zeitungen hast.
Like making jokes or copulating without regard to season, torturing is one of those activities that distinguish human beings from other animals. Inflicted both on our congeners and on other species, it marks us out, in the words of the King of Brobdingnag, as a pernicious race of little odious vermin.
LRB, 29.1.2009 > Glen Newey: Gloves Off", langes mit zusammengebissenen Zähnen geschriebenes Stück über Folter, Moral, Ordnung der Dinge, den Wunsch, die Ordnung der Dinge zu ordnen, Vordenker &tc.
sort of
NYT > Lives.
[... ein Mann, der seinen sterbenden Freund jede Nacht an den Tropf hängt und dann nicht einschlafen kann… eine Frau, deren Großvater sich in der Disco in einen Fremden verwandelt… ein Mann, der sich die Taschen mit dem Staub seiner Vorfahren vollstopft…]
in treatment
Der New Yorker Psychoanalytiker und Fotograf Mark Gerald hat Psychoanalytiker in ihren Praxen portraitiert. NYT > Comfort Zones
leere blätter
Denn die Perioden des Glücks sind für die Geschichte leere Blätter“, hatte Hegel deklariert. Die Geschichtsphilosophie war eine Katastrophenlehre, denn so etwas Lächerliches wie das Glück Einzelner, mit dem die damalige Sozialdemokratie uns bei der Stange hielt, verträgt sich nicht mit den heroischen Zwecken, die „die Geschichte“ am Ende zu erfüllen hat. Man sage nicht, eine solche Geschichtsphilosophie habe ausgedient. Sie spukt in der These herum, dass die Krise eine Chance ist und dass sie rechtzeitig kommt, um die Finanzmärkte wiederum so richtig einzurichten. Das kostet allerdings den Massen, sofern sie jemals eins hatten, das Glück.
FAZ, 3.3.2009 > Franz Schuh: Jetzt endet das Glück der kleinen Leute. Die Krise in Österreich.
only dogs, usually old and feeble
He volunteered in 1971 to teach a course on the short story to inmates at Sing Sing. He befriended some of the inmates, especially a “pale, emaciated white man” and “serious loser” (son Fred’s term) named Donald Lang, whom Cheever continued to associate with after his release. It was Lang who, hostilely, wondered “where a little shit like you gets the balls to come in here”: even at the time of the prisoner riots at Attica, Cheever remained blithe, and later told an interviewer, “If the cons and I were lined up against a guard, I was all with the cons.”New Yorker, 9.3.2009 > John Updike: Basically Decent, über eine neue John Cheever-Biografie
Siehe auch: NYT Magazine, 1.3.2009 > Charles McGrath: The First Suburbanite
been kissing me so long
Antony and the Johnsons > Another World (Regie: Colin Whitaker)
doughnut vision
Almost everyone I interviewed found a polite way to mention her ease at attracting men, but potential boyfriends don’t tend to respond well to Usher’s. Sam Swiller, who is still close to her after their failed romance, gamely explained his hesitancy. “The unfortunate thing about her disease is you don’t know how quickly it’s gonna get bad. And while things were perfectly great then, I was always thinking about the future, and it didn’t give us enough time to develop the present. You ask yourself, ‘Am I going to be able to get what I need from this individual?’ I was idiotically overcome by a relationship where neither of us could make restaurant reservations by phone.”Portrait der 29-jährigen New Yorkerin Rebecca Alexander, die an einer seltenen Krankheit namens Usher-Syndrom (nicht) leidet und dabei ist, ihr Hör- und ihr Sehvermögen zu verlieren. New York, erfährt man in diesem Stück auch, ist eine Stadt der Blinden: "The New York area is home to 6 percent of the country’s legally blind, creating a subculture of roughly 80,000. The young flock here for the opportunity to play on a level field, where everybody is dependent on public transportation, cabs, deliveries, and Internet ordering. “It’s very attractive that most of New York is on a grid system,” says Matthew Sapolin, the city’s disabilities commissioner, who as a young blind man came here to attend NYU. “If you can count, you can get around.”"
Quelle: New York Magazine, 1.2.2009 > Arianne Cohen: Going Deaf and Blind in a City of Noise and Lights
swirling filigree
accidents of pen, ink, hand, grain, scent, biography
Schöne kurze Besprechung eines Buches über das Schreiben mit der Hand: New York Magazine, 15.2.2009 > Sam Anderson: Hand Off. Loving, and mourning, scribbling.
audio vérité
A "mic in track" is a recording made on a PC using MusicMatch Jukebox, a music utility packaged with many new PC's that allows the user to record from the microphone input of the PC's sound card and save the recording in mp3 format. The default filename is "mic in track" followed by a number.If that user also happens to be running a file-sharing program (WinMX, Audiognome, Kazaa, etc.), and shares the directory in which the mic in track is stored, then these personal recordings can be easily downloaded from the user's computer. The vast majority of them are either silent or uninteresting, but many are like Christmas presents giftwrapped in nondescript serial numbers. They represent unique examples of audio vérité.
Dr. David Dixon, lecturer in physics at Cal Poly > mic in track
david foster wallace
The New Yorker, 9.3.2009 > D.T. Max: The Unfinished. David Foster Wallace's struggle to surpass "Infinite Jest"
The New Yorker, 9.3.2009 > David Foster Wallace: Wiggle Room (nachgelassene Prosa)
brinkmann
Der Essay ›Wie ich lebe und warum‹ besteht aus einer Serie von Fotos, die Brinkmanns nähere Lebensumgebung, das vermeintlich Private, Ende der sechziger Jahre in Köln, wie seine Wohnung, zeigen. Banal, schmuddelig, trostlos. Die Bilder zeigen einen Alltag, dessen Sinn, ›warum‹, den Lesern zum Geschenk gemacht wird: Da könnten sie selbst darauf kommen. Es geht nicht um die Verwandlung relativ trostlosen privaten Lebens eines Autors in Kunst; als ›Fotostrecke‹, Foto-Essay, verschiebt der Text die philosophisch-existentialistische Frage des Titels auf die Ebene eigensinnig künstlerischer Produktion. Das ist das ›Anfangen‹, der schreibende Anfang von Brinkmann, den er in den Tonbandaufzeichnungen “Die Wörter sind böse” als etwas Schönes bezeichnet.«Quelle: Schröder & Kalender (taz), 5.3.2009 > Wie ich lebe und warum
genesis 1:12
Von den 33 000 Einwohnern Orange Mounds leben die meisten in Sozialbauten, die Häuser, schmal und lang, «Shotgun-Houses» genannt, mögen kaputt sein, die Strassen löchrig, die Autos aufgepeppt, hier und da lehnen ein paar Prostituierte artig an Häuserwänden, doch viel passiert nicht: keine schweren Jungs, keine Dealer, keine Ghetto-Kinder in den Seitenstrassen, dafür viel bunte Weihnachtsbeleuchtung. John ist ausser sich. Und je harmloser die Gegend wirkt, desto mehr spricht er sich in Rage, «sonst ist es hier voller übler Typen und voller Dreck», flucht er, «wo stecken sie nur?» Und er macht sich auf die Suche, wie ein Jäger nach Wild, und er trinkt noch ein Bier, doch er lacht nicht mehr, denn ohne Schwarze, die Ärger machen, macht auch sein ganzer Hass keinen Sinn. Er weiss das.Quelle: NZZ am Sonntag, 8.2.2009 > Der letzte Aufstand der Rassisten. Der Ku-Klux-Klan regt sich wieder
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